Freitag, 10. Februar 2017

Planet Earth II - Planet Erde II: Eine Erde - viele Welten (2016)

http://www.imdb.com/title/tt5491994/

Vor 10 Jahren setzte PLANET ERDE einen neuen Maßstab im Naturfilm. Das ultimative Porträt unserer Erde veränderte unsere Sichtweise auf die Welt, in der wir leben. Als erste Natur-Dokumentationsreihe in High Definition zog sie ein weltweites Publikum in ihren Bann und zeigte Facetten unseres Planeten, die man zuvor noch nie gesehen hatte. Zehn Jahre später ermöglicht der Fortschritt in der Filmtechnik, die Natur aus völlig neuartigen Blickwinkeln zu erleben. Über die reine Beobachtung hinaus taucht der Zuschauer in die spektakulärsten Landschaften und Lebensräume ein und begibt sich auf Augenhöhe mit den dort lebenden Tieren. "Planet Erde II" nimmt uns näher mit heran als jemals zuvor, fängt überraschende Verhaltensweisen und außergewöhnliche Orte ein, die vor zehn Jahren unerreichbar gewesen sind. Zusätzlich widmet sich die Serie einem neuen Lebensraum: Zum ersten Mal legt eine richtungsweisende Naturdokumentation ihr Augenmerk in einer Episode auf die Großstadt und die verblüffenden Überlebensstrategien von Tieren im Großstadtdschungel.

http://www.imdb.com/title/tt6142646/
1. Inseln (Islands)
Auftakt der sechsteiligen Reihe bilden die Inseln. Vom Meer umgeben, entwickelten sie Welten für sich. Sie sind Heimat hochspezialisierter Wildtiere. Ob Wüsteneiland, Vulkan-oder Gletscherinsel: Durch ihre Isolation sind ganz eigenständige Lebensformen entstanden. Auf Madagaskar existieren beispielsweise Lemuren mit Fakir-Qualitäten: Larven-Sifakas, die mehrere Meter weit von Dornenstrauch zu Dornenstrauch springen, ohne sich zu verletzen. Eine ungewöhnliche Fähigkeit, die ihnen ihr Überleben sichert. Nur sie erreichen die exklusiven Futterplätze in luftiger Höhe. Um einen beinahe echten Drachen vor das Objektiv zu bekommen, mussten die Teams zu einigen der über 17 000 Inseln des Archipels Indonesiens reisen. Die größte und furchterregendste noch lebende Echse ist der Komodowaran. Er hatte vier Millionen Jahre lang Zeit für seine Entwicklung. Diese gigantischen Inseldrachen liefern sich heftige Kämpfe. Auf der Weihnachtsinsel führen die eingeschleppten Gelben Spinnerameisen einen chemischen Vernichtungsfeldzug gegen die Roten Inselkrabben. Zeuge eines dramatischen, noch nie gesehenen Wettlaufs ums Überleben wird das Team auf Fernandina. Kaum ist eine kleine Meerechse geschlüpft, jagen ganze Rudel von Galapagos-Nattern das Junge. Auf Zavodovski Island im Südpolarmeer beweisen Zügelpinguine Todesmut, um unter Einsatz ihres Lebens bei mörderischer Brandung auf Futtersuche für ihren Nachwuchs zu gehen.Inseln bieten in ihrer Isoliertheit Heimat für Arten, die nur in einer bestimmten Region, einem Archipel oder gar auf einer einzigen Insel leben. Daher kommen etwa 20 Prozent der Vogel-, Reptilien- und Pflanzenarten auf Inseln vor, obwohl diese weniger als ein Sechstel der Erdoberfläche ausmachen. Durch die oft hermetische Abgeschiedenheit reagieren die kleinen Welten und ihre Bewohner auf plötzliche Eingriffe von außen höchst empfindlich. Etwa 80 Prozent aller während der letzten Jahre ausgestorbenen Arten waren Inselarten. - 10/10

http://www.imdb.com/title/tt6209130/
2. Berge (Mountains)
In den Hochgebirgsregionen der Erde müssen Pflanzen und Tiere härteste Anforderungen erfüllen – eine großartige Welt, aber nur für extreme Spezialisten. In den Rocky Mountains, Anden und im Himalaya herrschen raue Witterungsbedingungen. Zerklüftete Terrains, steile Hänge und ein Mangel an Sauerstoff, Futter und Wasser bilden die größten physischen Herausforderungen des Planeten. Nur extreme Kletterkünstler wie der Nubische Steinbock oder der gewandte Schneeleopard können sich hier behaupten. Die gewaltigen Gebirgsregionen zählen zu den beeindruckendsten Landschaften der Erde, doch nur wenige Pioniere sind zäh genug dort zu siedeln. Steinadler gleiten pfeilschnell durch Schluchten und Täler. Im Sturzflug erreichen sie über 300 Kilometer pro Stunde. Sie sind die zweitschnellsten Tiere der Welt. Da sie vom Säuger bis zu Aas alles fressen, gehören sie zu den erfolgreichsten Greifvögeln. Um ihre Flugkünste aus der Nähe zu filmen, hat sie ein Kameramann mit einem Gleitschirm verfolgt und war fast so wendig wie die Adler. Nubische Steinböcke verfügen über weiche konkave Hufe, die eine bessere Griffigkeit aufweisen als jeder Kletterschuh. Selbst steilste Felswände turnen sie geschmeidig hinauf und hinunter. Der Schneeleopard, das stärkste Raubtier des Hochgebirges, kann dank seiner Fellzeichnung mit der Umgebung optisch verschmelzen. Er ist dann so gut wie unsichtbar. Schneeleoparden sind besonders schwer zu filmen. Mit Hilfe von Kamerafallen ist es der Crew gelungen, Einblicke in die Welt dieser seltenen Wildtiere zu gewinnen. Grizzlybären trotzen heftigsten Lawinen, indem sie weit oben in Höhlen an schneebedeckten Abhängen überwintern. Flamingos führen in eiskalten Salzseen in über 4000 Meter Höhe Tanzparaden auf. Die zerbrechlich wirkenden rosafarbenen Schönheiten trotzen widrigsten Bedingungen. Sie alle sind Bergspezialisten, die erstaunliche Antworten auf die extremen Herausforderungen der Bergwelten gefunden haben. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt6209134/
3. Dschungel (Jungles)
Kein Lebensraum an Land beherbergt größeren Artenreichtum als tropische Regenwälder. Dort liefern sich die Bewohner intensive Konkurrenzkämpfe. Die großen Wälder sind Orte voller dramatischer Geschichten und überraschender Ereignisse. Jaguare fangen Kaimane, Delphine schwimmen durch Baumkronen, und Frösche verteidigen in Ninja-Manier ihren Nachwuchs. Die Reise führt von den Dschungelgebieten Südamerikas und Südostasiens bis zu den Regenwäldern Australiens. Einige von ihnen gehören zu den komplexesten Lebensräumen auf unserem Planeten. Von den rund 8,7 Millionen Tier- und Pflanzenarten leben über die Hälfte in tropischen Regenwäldern. Aber diese Habitate sind keine Paradiese, auch wenn das Leben in unglaublicher Fülle wuchert. Gerade weil dies so ist, muss jedes einzelne Geschöpf und jede Pflanze hart um den eigenen Platz in diesen komplizierten Beziehungsgeflechten kämpfen. Glasfrösche fighten in Ninja-Manier gegen räuberische Wespen, die es auf die Larven der Lurche abgesehen haben. Dem Team gelang es, Jaguare dabei zu beobachten, wie sie schwarze Kaimane vom Ufer aus im Wasser jagen. Selten wurden Flugdrachen so lange und nah verfolgt, wenn sie durch die Baumlabyrinthe Malaysias segeln. Auch eine seltene und schwer fassbare Spezies, die erst 2014 wissenschaftlich beschrieben wurde, konnte das Team mit der Kamera einfangen: die Araguaia-Delphine. Im Rio Araguaia Zentralbrasiliens schwimmen sie durch die Baumkronen überfluteter Wälder. Die Delphine überhaupt zu finden und dann auch noch zu filmen, zählte zu den schwierigsten Unternehmungen der gesamten Reihe "Planet Erde II: Eine Erde - viele Welten". Und nachts konnten die internationalen Filmemacher im Herzen des Dschungels eine märchenhafte Welt festhalten: Erstmals drehten sie Leuchtpilze, die den Waldboden in mystischer Atmosphäre illuminieren. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt6209126/
2. Wüsten (Deserts)
Wüsten zählen zu den lebensfeindlichsten Gebieten der Erde. Dennoch behaupten sich geniale Anpassungskünstler in diesen extremen Arealen. Löwen setzen ihr Leben aufs Spiel bei der Giraffenjagd, Bussarde gehen in Gruppen zwischen tödlichen Kakteenstacheln auf Beutezug, Fledermäuse liefern sich Kämpfe mit Skorpionen. Um in dieser rauen Umgebung überleben zu können, haben Wüstenbewohner einige außergewöhnliche Strategien entwickelt. Wüsten bedecken etwa ein Drittel der Landmasse unseres Planeten. Die extremen Bedingungen verlangen den dort lebenden Tieren alles ab. Nahrung und Wasser sind knapp und fehlen zeitweise vollständig. Flughühner transportieren daher Wasser aus über 100 Kilometern Entfernung im Brustgefieder zu ihren Jungen. Nebeltrinkerkäfer machen eine Art "Morgen-Yoga", um in genau gestylter Körperhaltung die Luftfeuchte an ihren Körpern kondensieren zu lassen. Chamäleons stillen ihren Durst, indem sie die "betankten" Käfer einfach fressen. Wüstenelefanten haben sich körperlich an die klimatischen Verhältnisse angepasst. Sie sind etwas kleiner und leichter, haben längere Beine und größere Füße und finden Wasserlöcher, die sie einst selbst gegraben haben, nach vielen Jahren wieder. Löwen wagen sich auch an sehr große Beute wie Giraffen heran, weil andere Tiere schwierig aufzufinden sind. Dabei riskieren sie ihr Leben, denn ein Tritt einer Giraffe kann eine Raubkatze töten. Erstmals gefilmt wurden die Jagd von Wüstenlangohr-Fledermäusen nach tödlichen Skorpionen in der Wüste Negev und der Wanderzug eines Super-Schwarms biblischen Ausmaßes von Milliarden Wüstenheuschrecken. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt6209140/
5. Grasland (Grasslands)
Schneller und erbarmungsloser Wandel prägt die Graslandschaften. Dort zu überleben fordert größte Anpassung. Von mächtigen Elefanten bis zur kleinsten Zwergmaus müssen alle in diesen Gebieten lebenden Geschöpfe mit dramatischen Umbrüchen zurechtkommen. Eine erstaunliche Vielfalt von Lebewesen hat sich im Grasland herausgebildet. Von den weiten Ebenen der afrikanischen Savanne über die Pampas Südamerikas bis zu den Steppen Sibiriens und der Mongolei reist das Team zu den unterschiedlichsten Graslandschaften der Erde. Die Herausbildung dieser großen Habitate begann vor etwa acht Millionen Jahren, als ausgedehnte Wälder auszutrocknen begannen. Gräser zählen zu den widerstandsfähigsten Pflanzen. Sie verkraften Feuer und Überflutungen, Schnee und gnadenlose tropische Sonne. Das Überleben aller hängt davon ab, ob sie diese wechselnden Herausforderungen meistern können. Die meist verborgenen Kämpfe, die ausgetragen werden, um diese Wechsel zu überleben, gehören zu den fesselnden Geschichten dieser Folge. Im indischen Kaziranga-Nationalpark ist das Gras sechs Meter hoch, durch das Elefanten, Panzernashörner und Königstiger streifen. Perfekte Deckung auf der Jagd nach Beutetieren. Auch für das Kamerateam eines der gefährlichsten Drehorte. Einmal im Jahr überschwemmt der Okavango im afrikanischen Botswana die flache Grasebene und bringt beinahe zehn Millionen Tonnen Wasser mit sich. Löwen haben keine andere Wahl, als ins Wasser zu gehen. Einige Rudel haben eine eindrucksvolle Teamarbeit entwickelt, wenn es um die Jagd auf Kaffernbüffel und Flusspferde geht. In den weiten Steppen der mittleren Breiten Zentralasiens erlebt das Team die größten Temperaturschwankungen und die meisten Sandstürme. Von klirrendem Frost bis zu glühender Hitze erreichte die Spanne bis zu 80 Grad Celsius. Die Saigas sind dieser Härte gewachsen. Seit Zehntausenden von Jahren leben sie dort – mit Massengeburten und Massensterben. Dem Filmteam gelingt es auch in die Mikrowelten der kleinsten Bewohner dieser riesigen Landschaften einzutauchen. Ungewöhnliche Einblicke von den hoch organisierten Termitenkolonien bis hin zu Europas kleinstem Nagetier, der Zwergmaus. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt6209144/
6. Städte (Cities)
Städte wachsen schneller als jeder andere Lebensraum auf der Erde. Beinahe vier Milliarden Menschen leben in den urbanen Zentren. Auch die kühnsten unter den Wildtieren zieht es in diese aufregende Welt. Für die wagemutigen Anpassungskünstler offenbart sich eine Welt voller überraschender Chancen. Leoparden streifen durch die Straßen von Mumbai, Wanderfalken jagen zwischen New Yorks Wolkenkratzern und eine Million Stare führen spektakuläre Lufttänze über Rom auf. Einige der Geschöpfe werden sogar in unseren Städten willkommen geheißen. In Jodhpur im Nordwesten Indiens verehrt man die Hanuman-Languren. Sie spielen eine besondere Rolle in ihrer hinduistischen Kultur. In Harar leben einige Bewohner in enger Verbindung mit wilden Hyänen. Viele Tiere jedoch kämpfen täglich um ihr Überleben im Großstadtdschungel. Er ist laut, überbevölkert, kommt nie zur Ruhe und der natürliche Zyklus von Aktivität und Erholung ist aufgehoben. Eine Stadtlandschaft ist ständigem Wechsel unterworfen und bringt neue Gefahren, aber auch Möglichkeiten hervor. So werden die Lichter des Zentrums im chinesischen Shanghai oder dem kanadischen Toronto zu einer tödlichen Falle für Zugvögel. Sie werden von den Leuchttürmen angezogen, kollidieren mit den Wolkenkratzern und sterben. An den Stränden von Barbados verwirren die Lichter des Urlaubsresorts die Karettschildkröten. Die frisch geschlüpften Jungen laufen auf den hellsten Horizont zu. Heute ist es nicht mehr der Mond über dem Meer, sondern es sind die erleuchteten Hotels – und die kleinen Schildkröten wandern in ihr Verderben. Die frechsten Einwanderer, die den Menschen zeigen, wo der "Affe lang geht", sind die Rhesusaffen. Sie sind an ihrer Dreistigkeit kaum zu überbieten und wurden auch für die Kamerakollegen zur echten Herausforderung. Sie stehlen nicht nur Lebensmittel im großen Stil, sondern sorgen auch für große Schäden und Unannehmlichkeiten.Die Teams reisten rund um die Welt, um die Veränderungen und eindrucksvollen Überlebensstrategien zu dokumentieren und den ungewöhnlichen Einwanderern ganz nah zu kommen. Mit Infrarot- und Wärmebildkameras fingen die Macher bislang noch nie gefilmte nächtliche Jagdgänge der Leoparden in Mumbai ein. 200 Menschen wurden in den letzten 25 Jahren von den Raubtieren angegriffen. Mithilfe von 4K "Low-Light"-Kameras konnten die Hyänen in Harar verfolgt werden. Zeitweise wurde das Team von über hundert kämpfenden Hyänen umringt. Um den Wanderfalken in New York zu dokumentieren, bemühten sich die Filmemacher allein neun Monate um Genehmigungen für den Dreh auf den Dächern der Wolkenkratzer und für den Überflug mit dem Helikopter. Es ist das erste Mal, dass jemand Luftaufnahmen vom schnellsten Vogel der Welt gemacht hat. Dabei erreichte er Spitzengeschwindigkeiten von 300 Stundenkilometern. - 8,5/10 

In den 6 Episoden entführt das BBC-Team den Zuschauer abermals an wunderbare Schauplätze in der Natur und zeigt dort wahrlich bildgewaltig die verschiedenen Lebensräume sowie ausgesuchte darin beheimatete Tiere. Das Team fängt auch in diesem Teil wieder faszinierende und atemberaubende Bilder ein und vermag es abermals, jeden in den Bann der Magie der Wildnis und der darin lebenden Tiere zu ziehen. Die unterschiedlichsten Szenerien und die gesamte Bild-/Kamerasprache sind wirklich gelungen. Auch die Vertonung (egal ob im Originalton oder in Deutsch) des Bildmaterials gefällt ausgesprochen gut. Der Sprecher vermag es hier relevante wichtige Informationen zu den dargestellten Naturräumen und den Tieren zu transportieren. Einzig kommen aber einige Szenen und Bilder von anderen gesehenen Dokumentationen bereits bekannt vor. Dieser Umstand ist allerdings auch nicht weiter schlimm, denn wer weiß wie schwer es ist wilde Tiere in der freien Natur einzufangen, der vermag die gezeigten Aufnahmen trotzdem zu schätzen. Insgesamt ergeben die sechs neuen Episoden eine wirklich guten Ein- und auch Überblick über die Lebensräume der Tiere und sind wirklich stimmig umgesetzt.

9/10

Sonntag, 29. Januar 2017

Patagonia: Earth's Secret Paradise - Wildes Patagonien (2015)

http://www.imdb.com/title/tt5098926/

In Südamerika gibt es eines der letzten Natur-Paradiese unserer Erde: Patagonien. Es erstreckt sich über Teile von Chile und Argentinien. Ein wildes Land zwischen zwei Ozeanen, dem Atlantik und dem Pazifik. Und mittendrin die imposanten Anden, die großen Einfluss auf das Klima und die Natur haben. Nur wenige Menschen haben sich in dieser Region angesiedelt. Wer hier überleben will, muss die Extreme mögen und sich den Gegebenheiten anpassen. Es ist ein Reich für Spezialisten: majestätische Kondore, streitbare Guanakos oder hartnäckige Pinguine. Sie leben in den schroffen Gipfeln der Anden, in den vertrockneten Wüstensteppen und an den stürmischen Küsten des Südpolarmeeres.

Am südlichsten Zipfel Südamerikas liegt Patagonien. Dieser einzigartige Landstrich, die sich über Teile Chiles und Argentiniens erstreckt, hat keine klaren Grenzen, beherbergt dafür aber umso mehr Vielfalt. Der BBC-Dreiteiler zeigt sowohl den ungewöhnlichen Artenreichtum der Region, als auch das empfindliche Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur. So leben zum Beispiel die Gauchos, die südamerikanischen Cowboys, im Einklang mit den Jahreszeiten und den Tieren Patagoniens.

http://www.imdb.com/title/tt5241942/
1. Land der Vulkane (Fire And Ice)
Große Kräfte wirkten bei der Entstehung Patagoniens auf die Anden ein. Der durch vulkanische Aktivität entstandene Druck verschob die Gebirgskette und ließ so eine neue Landschaft voller Gegensätze entstehen. Im Süden fegen eisige Winde über die Region hinweg und verhindern beinahe jede Vegetation. Der dicht bewachsene Westen dagegen bietet seltenen Tieren und Pflanzen eine Heimat. - 8/10
 
http://www.imdb.com/title/tt5241984/
2. Im Schatten der Anden (Heat And Dust)
Im Windschatten der Anden liegt die trockene Seite Patagoniens. Hier fällt das ganze Jahr über nur wenig Regen. Wer in dieser feindlichen Umgebung überleben will, muss besonders erfinderisch und robust sein. - 7,5/10

http://www.imdb.com/title/tt5241964/ 
3. Das Ende der Welt (Life On The Edge)
Über 7.000 Kilometer lang erstreckt sich die Küste Patagoniens, die von drei Ozeanen berührt wird: dem Pazifik, dem Atlantik und der Antarktis. Am berüchtigten Kap Horn treffen die drei Meere aufeinander, was starke Strömungen verursacht. In diesem einzigartigen Lebensraum gibt es alles im Überfluss, aber trotzdem müssen sich die Tiere, die dort Leben, jeden Tag aufs Neue zu behaupten. - 7/10 

Die BBC-Serie "Wildes Patagonien" gibt Einblicke in eine andere Welt, in eine Natur, die man hierzulande so nicht erleben kann. Es geht um Südamerika. Genauer, es geht um Patagonien, dass sich über weite Teile Südamerikas erstreckt, von Chile bis Argentinien und als Teil der Anden. Mit dieser dreiteiligen Reise kann man durchaus etwas lernen und Aufnahmen sehen, die nicht gewöhnlich sind. Leidglich der Sprecher wirkt nicht durchgängig motiviert, sondern eher oft sachlich und etwas nüchtern. Wer sich daran nicht stört und mehr Wert auf Bild und Info legt, der wird sehr zufrieden sein mit den drei Episoden.

Technisch ist das hier alles erneut sehr gut gemacht. Eine Vielzahl unterschiedlicher Aufnahme-Quellen wird dem Zuschauer präsentiert, Flüge über Gletscher, Nahaufnahmen scheuer Bewohner und fantastische Blicke auf und in die Fauna und Flora dieser teils noch so unberührten Gegend. Ein wunderbares Stückchen Erde und eine rundum solide, technische Leistung, die hier abgeliefert wird. So bleibt ein toller Eindruck über das unbeständige Wetter, die Herausforderungen der überwiegend kargen Landschaft und die tolle Tier- und Pflanzenwelt. 
 
8/10

Freitag, 2. Dezember 2016

The Hunt - Die Jagd: Auf Leben und Tod (2015)

http://www.imdb.com/title/tt5167198/

Der ewige Wettstreit zwischen Jäger und Gejagten bietet seit jeher die dramatischsten Szenen in der Natur. Selten ist das Ergebnis des Aufeinandertreffens schon von vornherein klar. Für beide Seiten geht es um Leben und Tod. Diese Doku-Serie enthüllt die außergewöhnlichsten und spektakulärsten Strategien der Jäger und ihrer Beute, so wie sie noch nie gezeigt wurden. Von Wustenlöwen, die den Schutz des Küstennebels zum Angriff auf Oryxantilopen nutzen, über Orcas, die mit Teamwork und Echoortung im offenen Meer ihre Beute aufspüren, bis zum Kraken, der an Land geht, um in Gezeitentümpeln gefangene Fische zu erreichen. "Die Jagd: Auf Leben und Tod" zeigt mit der neuesten Kamerafechnik im Kino-Stil den spannendsten Wettbewerb in der Natur. Mittendrin und hautnah dabei, kombiniert diese Doku-Serie die epischen Landschaften von "Planet Erde" mit noch nie gesehenen Nahaufnahmen der unglaublichen Verhaltensweisen der Tiere.

http://www.imdb.com/title/tt5175440/
1. Die große Jagd (The Hardest Challenge)
Der ewige Wettstreit zwischen Jäger und Gejagten bietet seit jeher die dramatischsten Szenen in der Natur. "Die große Jagd" aus der Serie "Auf Leben und Tod" vom "Planet Erde"-Produzenten Alastair Fothergill enthüllt die außergewöhnlichsten Strategien der Jäger, um Beute zu machen- vom Leoparden, der seine ganze List aufbringen muss, um sich am helllichten Tag an Impalas anzuschleichen, bis zu Wildhunden, deren Taktik darin besteht, ihre Beute im Rudel über lange Distanzen bis zur Erschöpfung zu hetzen; von Nilkrokodilen, den geduldigsten aller Jägern, bis zu Schwertwalen, die es durch Teamwork und Intelligenz sogar mit Buckelwalen aufnehmen können. Doch selbst mit solchen ausgefeilten Techniken, ist der Ausgang jeder einzelnen Jagd längst nicht entschieden. Erstaunlicherweise sind die Jäger in den meisten Fällen erfolglos. - 10/10

http://www.imdb.com/title/tt5182826/
2. Die Arktis (In The Grip Of The Seasons (Arctic))
Die zweite Folge aus der Serie "Auf Leben und Tod" vom "Planet Erde"-Produzenten Alastair Fothergill dringt in die Arktis vor. Kein Ort unseres Planeten verändert sich über die Jahreszeiten mehr und stellt Jäger wie Polarfuchs, Eisbär und Polarwolf vor größere Herausforderungen. Nicht nur das Wetter ändert sich, sondern auch der gesamte Lebensraum: Die Jäger müssen daher ständig ihre Strategien anpassen. Eisbären pirschen sich Unterwasser an ihre Beute an und Polarwölfe müssen Schneehasen, den Meistern im Hakenschlagen, mit voll Speed auf den Fersen bleiben Jeder einzelne Jäger muss die Zeiten des Überflusses nutzen, um die des Mangels zu überstehen. - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt5182830/
3. Der Wald (Hide And Seek (Forests))
Die dritte Folge aus der Serie "Auf Leben und Tod" vom "Planet Erde"-Produzenten Alastair Fothergill dringt in den Wald vor und zeigt das über Jahrtausende perfektionierte Versteckspiel zwischen Jägern und Gejagten. Wälder bedecken ein Drittel aller Kontinente und in ihnen verborgen, leben mehr als die Hälfte aller Tierarten. Hautnah erleben wir die Strategien von Tigern, Harpyien, Schimpansen, Treiberameisen und anderen Jägern und wie sie sich den Herausforderungen stellen, die das Jagen im Wald mit sich bringt. Eine enge, verwirrende und dreidimensionale Welt, eine Welt in der allein das Finden von Beute extrem mühsam ist. Doch der Gewinn des großen Versteckspiels ist für die Raubtiere jede Mühe wert. - 10/10

http://www.imdb.com/title/tt5220732/
4. Das Meer (Hunger At Sea (Oceans))
Die vierte Folge aus der Serie "Auf Leben und Tod" vom "Planet Erde"-Produzenten Alastair Fothergill begibt sich in die endlosen Weiten der Ozeane. Das offene Meer ist eine gewaltige Wildnis, die mehr als 70% der Oberfläche unseres Planeten bedeckt. Doch der Großteil davon ist eine Wasserwüste, in der es nur wenig Nahrung gibt. Das Leben konzentriert sich an nur wenigen Stellen, wie aber findet man solche Hotspots? Raubtiere sind ständig mit dem Suchen und der Verfolgung ihrer Beute beschäftigt. Gerade weil die Jagd im Ozean so schwierig ist, haben sich dort einige der bemerkenswertesten Jäger der Welt entwickelt. Das Filmteam begleitet Blauwale, Haie, Seelöwen, Fregattvögel, Delfine und Albatrosse und enthüllt erstaunliche Strategien, die sie nutzen, um in den Weltmeeren Beute zu machen. - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt5239668/
5. Die Savanne (Nowhere To Hide (Plains))
"Die Savanne" aus der Serie "Auf Leben und Tod" vom "Planet Erde"-Produzenten Alastair Fothergill, enthüllt die Jagdstrategien in Graslandschaften und Wüsten, wo weder Jäger noch Gejagte eine Chance haben, sich zu verstecken. Die Hälfte der Kontinente ist von Wüste oder Grasland bedeckt. In diesen ungeschützten Lebensräumen ist es ein Leichtes für Geparden, Weißkopfseeadler und Löwen ihre Beute zu entdecken. Doch das beruht auf Gegenseitigkeit: auch die Beutetiere können die Gefahr frühzeitig erkennen. Ausdauer, Geschwindigkeit und Cleverness führen zumindest bei mancher Jagd zum Erfolg. „Die Savanne“ zeigt die Strategien von Jägern und Gejagten, wenn man quasi auf dem Präsentierteller sitzt. - 10/10

http://www.imdb.com/title/tt5254370/
6. Die Küste (Race Against Time (Coasts))
Der sechste Teil der Serie "Auf Leben und Tod" vom "Planet Erde"-Produzenten Alastair Fothergill, zeigt die Küste, eine Welt im ständigen Wandel. Dieser Grenzbereich zwischen Wasser und Land bietet vielfältige Jagdmöglichkeiten, jedoch sind diese oft zeitlich sehr begrenzt. Chancen bleiben nicht lange bestehen. Für die Jäger ein immerwährender Wettlauf gegen die Zeit. An der Küste treffen Jäger der Lüfte, des Landes und des Wassers aufeinander wie sonst in keinem anderen Lebensraum der Erde. Hier scheint die Welt Kopf zu stehen: Delfine, die die schützenden Gewässer verlassen, um zu jagen, laufende Oktopusse und fischende Wölfe. Dazu kommen erfinderische Affen- wahre Feinschmecker- und die größte Versammlung hungriger Buckelwale, die zum Jagen an die Küste Neufundlands kommen. Für sie alle ist das richtige Timing entscheidend. - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt5254396/
7. Retter der Raubtiere (Living With Predators (Conservation))
In "Retter der Raubtiere", dem siebten Teil der Serie "Auf Leben und Tod", vom
"Planet Erde"-Produzenten Alastair Fothergill, erleben wir die Welt der Raubtiere durch die Augen von Forschern, die an vorderster Front für den Schutz der großen Jäger kämpfen und erfahren viel über den uralten Konflikt zwischen Mensch und Natur. Geschichten voller Dramatik, aber auch voller Hoffnung, dass sich die Situation von Löwen, Tigern, Eisbären, Blauwalen und vielen anderen Raubtieren verbessern lässt, wenn wir bereit sind, diese faszinierenden Tiere zu schützen und lernen mit ihnen zu leben. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt6112604/
8. Special/Making-of: Das Abenteuer (Special: On The Hunt)
"Das Abenteuer" erzählt von der Reise des Filmteams der spektakulären Serie
Auf Leben und Tod, einer Filmreihe vom Planet Erde Produzenten Alastair Fothergill. Drei Jahre hat das Team die eindrucksvollsten Raubtiere der Welt gefilmt. Die Herausforderung war, die Strategien, mit denen Raubtiere wie Wildhunde, Blauwale, Polarwölfe und Tiger jagen mit neuester Technik zu zeigen, wie nie zuvor. Um das zu erreichen, wurden die Kameramänner selbst zu Jägern. Wochenlang warteten sie auf den ultimativen Schuss, die perfekte Sequenz; erduldeten die Hitze der Savannen Afrikas und die Kälte der Arktis, kämpften sich durch das Dickicht des südamerikanischen Dschungels und verloren sich in den Tiefen der Ozeane. "Das Abenteuer" zeigt die Herausforderungen und Hindernisse, die Erfolge aber auch die Pannen, die die Filmcrew auf ihrer Suche nach den charismatischsten Jägern unseres Planeten erlebt hat. - 8/10

Natürlich hat eine Dokumentation namens "Die Jagd" einen inhaltlichen Fokus. Allerdings ist dieser klar auf das Motto des Überlebens in der Wildnis ausgerichtet und das mag sicher nicht jeder. Die Aufgabe, dass Zusammenspiel aus Leben und Tod darzustellen, sowie dabei auf alle Beteiligten einzugehen und die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Forschung kundzutun funktioniert aber nahezu perfekt. Es klappt, da bisher selten gezeigte Bilder mit von der Partie sind. Und hier sind teils wirklich tolle Aufnahmen an Bord, am beeindruckendsten sind jedoch die Super-Slow-Mo's von Großkatzen. Faszinierende Situationen fing man technisch hochwertig ein und konnte sie durch die Informationsvermittlung weiter aufwerten. "Die Jagd" begeistert somit vor allem jene unter uns, die sich das Jagdverhalten und den Überlebenskampf der Tiere ansehen wollen. Unfaire Kämpfe und der sichtbare Überlebenswillen sind Elemente, die eben in der Natur vorkommen und die Grundlage unseres Systems sind. Hier sinnvoll aufbereitet und technisch einwandfrei wiedergegeben auf einer Laufzeit von run 392 Minuten, also sieben Sendungen zu je etwas über eine Stunde Laufzeit. Absolut und unbedingt sehenswert.

9,5/10

Samstag, 17. September 2016

Wild Brazil: Land Of Fire And Flood - Wildes Brasilien: Land aus Feuer und Wasser (2014)

http://www.imdb.com/title/tt3615538/

Brasilien ist ein Land der Superlative. Es nimmt knapp die Hälfte der Fläche Südamerikas ein und ist damit das größte Land der südlichen Hemisphäre. Der Amazonas gilt als wasserreichster Fluss der Erde und durchzieht eines der weltweit größten Urwaldgebiete. In keinem Land gibt es so viele Tierarten wie in Brasilien. Und das, obwohl das Leben hier für viele Tiere alles andere als einfach ist. In manchen Teilen des Landes sind in der Regenzeit ganze Landstriche überflutet. Andere Regionen werden von extremen Dürren heimgesucht. Die 3-teilige BBC Earth-Doku "Wildes Brasilien" gibt einen tiefen und unvergesslichen Einblick in die Naturschönheiten eines pulsierenden Landes und erkundet den Lebensraum einer Vielzahl von außergewöhnlichen Tieren. Diese Serie versteht es, durch Brasiliens atemberaubende Wildnis und dramatisch schönen Landschaften den Zuschauer zu verzaubern.

http://www.imdb.com/title/tt3721472/

1. Gefährliches Paradies (A Dangerous World)
Brasilien ist ein Land der Superlative. Es nimmt knapp die Hälfte der Fläche Südamerikas ein und ist damit das größte Land der südlichen Hemisphäre. Der Amazonas gilt als wasserreichster Fluss der Erde und durchzieht eines der weltweit größten Urwaldgebiete. In keinem Land gibt es so viele Tiere wie in Brasilien. Und das, obwohl das Leben hier für viele Tiere alles andere als einfach ist. In manchen Teilen des Landes sind in der Regenzeit ganze Landstriche überflutet. Andere Regionen werden von extremen Dürren heimgesucht.
Unter solchen Bedingungen ist es wichtig, genau zu planen. Junge sollten beispielsweise genau dann zur Welt kommen, wenn genügend Nahrung vorhanden ist. Zudem muss genügend Zeit bleiben, um die Jungen auf die bevorstehenden Wetterextreme vorzubereiten. Ob Kapuzineräffchen, Riesenotter oder Nasenbären - alle Tierkinder müssen lernen, diese besonderen Herausforderungen zu meistern. Jedes Tierkind steht vor anderen Aufgaben. Kapuzineräffchen benutzen die unterschiedlichsten Werkzeuge, um Futter zu suchen. Nur Schimpansen beherrschen das noch besser. Für die Jungtiere heißt das: üben, üben, üben. Nasenbärenkinder verlassen erstmals den schützenden Wald, um auf weiten Grasflächen, den Vazantes, nach Nahrung zu suchen. Doch wer von den Nachbarn, die sich auf den Wiesen tummeln, ist Freund und wer ist Feind? In den Gewässern des Pantanal haben die wasserscheuen Riesenotterbabys zunächst überhaupt keine Lust zu schwimmen. Doch die Eltern sind unerbittlich. Wer kein Meister im Schwimmen wird, ist zur Regenzeit den Strömungen nicht gewachsen, wird beim Fischfang versagen und kann seinen Feinden nicht entkommen. Denn die lauern überall: Kaimane, Jaguare, Raubvögel. Die erste Folge begleitet drei Tierfamilien mit ihren Jungtieren in den ersten, wichtigen, vom Lernen geprägten Wochen im Wettlauf gegen die Zeit. - 9/10 

http://www.imdb.com/title/tt3722620/
2. Im Bann des Monsun (Facing The Flood)
Brasilien ist ein Land der Superlative. Es nimmt knapp die Hälfte der Fläche Südamerikas ein und ist damit das größte Land der südlichen Hemisphäre. Der Amazonas gilt als wasserreichster Fluss der Erde und durchzieht eines der weltweit größten Urwaldgebiete. In keinem Land gibt es so viele Tiere wie in Brasilien. Und das, obwohl das Leben hier für viele Tiere alles andere als einfach ist. In der Regenzeit zum Beispiel sind riesige Landstriche komplett überflutet. Im Cerrado, dem Grasland, kündigt ein fast mystisch wirkendes Spektakel den Wetterwechsel an. Riesige Termitenhügel sind übersät mit leuchtenden Glühwürmchen, die mit grünlichem Schimmer ihre Beute anlocken. Nur wenige Tage später ist es dann soweit: der jährliche Monsun trägt in Form von Wolken mehr Wassermassen mit sich als der Amazonas zu Land transportiert. Entladen sich diese Wolken, stehen Jagdgründe urplötzlich unter Wasser. Und ehemals ruhige Gewässer werden zu reißenden Strömen. Die jungen Otter im Pantanal haben inzwischen Schwimmen gelernt. Und sie wissen, wie wichtig der Familienverband für das Überleben ist. Wenn es um Futter geht, verlassen sie sich immer noch auf die Eltern. Und betteln. Doch ohne Erfolg. Der Nachwuchs soll jetzt lernen selbst zu jagen. Auch die Kapuzineräffchen haben begriffen, dass sie nur in der Gruppe existieren können. Aber dazu müssen sie dauerhaft ins Rudel aufgenommen werden. Gar nicht so einfach. Hartnäckigkeit ist gefragt. Und die Nasenbären lernen auf immer enger werdenden Terrain, wer spielen und wer einem die Beute stehlen will. Die Regenzeit fordert jedes Tier auf eine andere Weise. Wie der tierische Nachwuchs die Herausforderungen der Regenzeit meistert, erzählt die zweite Folge der Trilogie über die Wildnis Brasiliens.
- 8/10 
 

http://www.imdb.com/title/tt3722634/
3. Wenn die Erde brennt (Enduring The Drought)
Brasilien ist ein Land der Superlative. Es nimmt knapp die Hälfte der Fläche Südamerikas ein und ist damit das größte Land der südlichen Hemisphäre. Der Amazonas gilt als wasserreichster Fluss der Erde und durchzieht eines der weltweit größten Urwaldgebiete. In keinem Land gibt es so viele Tiere wie in Brasilien. Und das, obwohl das Leben hier für viele Tiere alles andere als einfach ist. Manche Regionen werden von extremen Dürren heimgesucht. Wer nicht gelernt hat, solche Situationen zu meistern, ist zwangsläufig verloren. Bei allen drei Tierfamilien, die in "Wildes Brasilien" die Hauptrolle spielen, sind die Jungen jetzt aus dem Gröbsten raus. Sie können selbst für ihr Futter sorgen. Sie haben gelernt sich in ihrer Umwelt zu behaupten und haben einen festen Platz in ihrer Gemeinschaft gefunden. Gerade rechtzeitig, denn in der Trockenzeit ist es am schwersten Nahrung zu finden. Keine idealen Bedingungen. Und dennoch ist es Zeit, an die nächste Generation zu denken. Der Jaguar im Pantanal hat das größte Problem. Sein Revier ist riesig und er musskilometerlange Streifzüge auf sich nehmen, um überhaupt ein Weibchen zu finden. Ob es dann auch paarungsbereit ist, steht auf einem anderen Blatt. Bei den Kapuzineraffen von Piaui ist es umgekehrt: die Weibchen suchen sich ihren Partner. Und der soll natürlich möglichst Rudelführer sein. Wer sich je gefragt hat, ob im Tierreich auch geflirtet wird, bekommt beim Beobachten der Kapuzinerweibchen so einiges geboten. In den Vazantes wiederum müssen die Nasenbären erst mal beweisen, wer der Stärkste ist. Und nur der Sieger bekommt – vielleicht – eine Chance sich fortzupflanzen. All dieses Werben geschieht inmitten einer Zeit, in der ein zweifacher Kampf ums Überleben beginnt. Wasser und Futter sind knapp oder nur unter Gefahren zu beschaffen sind. Auf der Suche nach Wasser rücken auch Feinde immer näher. Das Land trocknet aus. Und oft genug kommt es zu Bränden. Häufig an über hundert Stellen gleichzeitig, jeden Tag. Niemand kann vorhersagen, wann und wo sie ausbrechen. Wer die Brände überlebt, hat Probleme Nahrung zu finden. Wieder einmal geht es darum, den Herausforderungen der Natur zu trotzen. Davon erzählt der letzte Teil des Dreiteilers über Brasilien. - 8,5/10

Samstag, 3. September 2016

Wild Japan - Wildes Japan (2015)

http://www.imdb.com/title/tt4791174/

Das japanische Klima ermöglicht schneebedeckte Berge in einem Teil des Landes und subtropische Wärme in einem anderen. Diese Besonderheit bietet Lebensraum für eine Vielzahl unterschiedlicher Tierarten, die in dieser Doku-Serie vorgestellt werden. Die japanischen Inseln beherbergen eine erstaunliche Tierwelt - von der winterlichen Wildnis im Norden bis zum subtropischen Süden. Die dreiteilige BBC Earth-Serie erkundet die spektakuläre "wilde Seite" der japanischen Inselwelt. Japan ist für seine bevölkerungsreichen, modernen Städte bekannt. Aber abseits der Metropolen sind überraschend vielfältige und fast unberührte Naturlandschaften mit einer beeindruckenden Tierwelt erhalten geblieben. Es gibt sehr unterschiedliche Klimazonen, vulkanisches Hochgebirge und Inselwelten, die vom subtropischen Pazifik geprägt sind.

http://www.imdb.com/title/tt4857090/
1. Honshu (Honshu)
Die japanische Inselkette erstreckt sich über 3000 Kilometer. In der Mitte liegt die größte Insel Honshu mit einem der größten städtischen Ballungszentren der Welt: In der Metropolregion Tokio leben über 37 Millionen Menschen. Alljährlich feiern die Bewohner hier das „Kirschblütenfest“. Für wenige Tage bietet sich dann mitten in der Stadt ein überwältigendes Naturschauspiel. Abseits der Megacity gibt es auf der Insel viel zu entdecken - von den vulkanischen Gebirgslandschaften im Norden bis zur rauen Küste. Dichte Besiedlung und beeindruckende Naturschönheit – auf Honshu ist das kein Widerspruch. Auf der größten Insel Japans leben im Dunstkreis der Hauptstadt Tokio über 100 Millionen Menschen. Trotzdem gibt es zwischen vulkanischem Bergland und rauen Küsten unberührte Wildnis. Doch immer wieder kreuzen sich die Wege von Mensch und Tier – wie an den heißen Quellen, wo die Japanmakaken, eine Affen-Art, genauso gern Baden wie menschliche Touristen... - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt4857096/
2. Der Südwesten (The Southwest Islands)
Im Süden Japans erstreckt sich eine 1200 Kilometer lange Kette kleiner Inseln bis an die Grenze der Tropen. Je weiter südlich, desto exotischer ist die Landschaft und die Tierwelt. Die Reise beginnt auf der Insel Yakushima. Dort gibt es - wie auf einigen anderen Inseln Japans - Japanmakaken und Sika-Hirsche. Japans Inseln liegen in einer der geologisch instabilsten Regionen der Welt mit zahlreichen Vulkanen. Der aktivste ist Sakurajima, der seit 60 Jahren regelmäßig Asche spuckt. Dennoch wohnen in seiner unmittelbarer Nähe über 500.000 Menschen. Im äußersten Süden von Japan erstreckt sich eine Inselkette bis an die Grenze der Tropen. Hier regieren Naturgewalten das Leben – der raue Ozean, aktive Vulkane und alljährlich wiederkehrende Taifune. Die abgeschiedenen Inseln beherbergen einzigartige Tierarten und rätselhafte Lebensformen. Auf der Insel Yakushima beispielsweise leben Affen und Hirsche aus noch unerforschten Gründen eng zusammen – so eng, dass die Affenjungen ihre Nachbarn sogar als Reittiere nutzen dürfen. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt4857086/
3. Hokkaido (Hokkaido)
Im Norden liegt Japans zweitgrößte und „wildeste“ Insel. Das Leben auf Hokkaido ist geprägt durch Extreme: Der Sommer ist kurz, der Herbst von überwältigender Schönheit und der lange Winter stellt alle Bewohner auf eine harte Probe. Die Landschaft und Tierwelt der Shiretoko-Halbinsel im äußersten Nordosten erinnert an Sibirien, mit dem die Insel bis vor zwölftausend Jahren noch verbunden war. Im Herbst warten die Braunbären auf das Eintreffen der Pazifischen Lachse, um sich Fettreserven für die lange Winterruhe anzufressen. Die Insel Hokkaido ist ein Lebensraum der Gegensätze: Das Wetter schwankt extrem – von arktisch kalten Wintern bis zu mediterranen Sommern. Eine riesige Herausforderung für das Leben auf der nördlichsten Insel Japans! Dennoch gibt es hier viele besondere Tierarten, z. B. den Braunbären. Wenn die Wanderung der Lachse bevorsteht, sammeln sich die Pelzträger an den besten Fangstellen. Doch dort wartet Konkurrenz: Auch menschliche Lachsfischer haben es auf den fetten Fang abgesehen.

Der ostasiatische Staat Japan umfasst 6852 Inseln und liegt im Pazifik. Dort leben im Schnitt 127.000.000 Menschen, die Hauptstadt in Tokio. Das Erste, was den Menschen zu Japan meist einfällt, sind neben Geishas sicherlich auch die Luftverschmutzung und die dichte Bebauung der Menschen. Lange Zeit galt Japan nach den USA als zweitgrößte Wirtschaftsmacht. Daher sollte man meinen, dass man dort – von der vielleicht abgesehen – nicht viele Pflanzen und schon gar keine Tiere dort existieren können. Aber der Gedanke ist falsch. Denn in Japan gibt es außerhalb der Metropolen viel Flora und Fauna, die jedoch die meisten Besucher des Staates nicht zu Gesicht bekommen. Neben den unterschiedlichen Klimazonen sind auf den Inseln auch verschiedene vulkanische Hochgebirge vorhanden. Die BBC Dokumentation "Wildes Japan – Land der tausend Inseln" besteht aus drei Episoden, die zusammen eine Laufzeit von 148 Minuten haben. So kann man sich auf eine Reise nach Honshu, Hokkaido und weiter in den Südwesten begeben. So bekommen die Zuschauer hier wunderschöne Aufnahmen von Tieren und Pflanzen zu sehen, was man von Japan nicht erwartet hätte. Ungewöhnlich ist die weibliche Erzählstimme, wurden doch bisher Dokumentationen fast ausschließlich von Männern gesprochen. Das bringt ganz frischen Wind ins Genre und Michelle Dockery macht einen den Herren ebenbürtigen Job. Wer Dokumentationen mag, kann hier keinen Fehler machen.

8,5/10

Freitag, 2. September 2016

Superfish - Schwertfisch und Marlin: Sprinter der Ozeane (2008)

http://www.imdb.com/title/tt1227047/

Schwertfische gehören zu den grössten, schnellsten und gefährlichsten Fische der Weltmeere. Ihr Markenzeichen sind Rückenflossen die so gross wie Segel sind, und verlängerte Schnauzen, die an gefährliche Speere erinnern. Ihre silbern glänzenden, muskulösen Körper sind geschaffen für die Jagd und weite Wanderungen durch die Ozeane. Einige von ihnen sind Giganten - werden bis zu 5 Meter lang und über 400 Kilo schwer. Der offene Ozean ist ihr Lebensraum, sie dort zu finden, gleicht der Suche einer Stecknadel im Heuhaufen. Vielleicht wissen wir genau deshalb immer noch so wenig über das Leben der imposanten Marline, Schwert- und Segelfische.

Atemberaubende Bilder von einer extrem bedrohten Tierart – gefilmt von Emmy Award-Gewinner Rick Rosenthal ("Planet Erde") – produziert von der BBC mit der Unterstützung von Sir David Attenborough. Emmy Award-Gewinner Rick Rosenthal ("Planet Erde") hat das Unmögliche möglich gemacht und ist den vom Aussterben bedrohten Jägern mit seiner Kamera bis in die entlegensten Winkel der Ozeane gefolgt. Seine Reise führte ihn zu unterseeischen Canyons nach Costa Rica, an die Küste von Peru, in die Gewässer von Florida und auch in die lichtdurchfluteten tropischen Riffe des Great Barrier Reefs in Australien! Entstanden sind dabei sensationelle Aufnahmen von einer Tierart, die kaum einer kennt.

"Superfish" ist eine kurze, aber einprägsame Dokumentation über Fische, den kaum jemand kennt: den Schwertfisch und Marlin. Dass ausgerechnet diese in bisherigen Natur-Dokus immer nur am Rande behandelt wurden, überrascht eigentlich, denn schliesslich gehören diese Fischarten zu den faszinierendsten Lebewesen im Meer. Allein das Aussehen ist einzigartig, wobei die bis zu 400kg schweren Knochenfische mit ihren übergrossen Speerschnauzen Erinnerungen an Lebewesen aus der Märchenwelt wach werden lassen - und damit die Fantasie von Autoren wie Ernest Hemingway beflügelten der in seinem Roman "Der alte Mann und das Meer" einem Schwertfisch eine wichtige Rolle zukommen liess. Der bekannte Tierfilmer Rick Rosenthal, dessen frühere Arbeiten in diversen BBC-Natur-Dokus wie z.B. "Deep Blue" oder "Das Wunder Leben" zu sehen waren, nimmt dies als Anlass, sich erstmal etwas ausgiebiger mit der Fischart auseinanderzusetzen und hat in mehrjähriger Arbeit, die ihn rund um den Globus reisen ließ, eine Reihe von faszinierenden Beobachtungen auf Zelluloid gebannt die den wenig erforschten Fisch in einem neuen Licht zeigen. Mit tollen Bildern, die sich aber ein wenig von der üblichen Qualität der BBC nach unten abweichen. Hingegen ist der Erzähler toll und vermittelt logisch und einprägsam Informationen zu den Bildern.

Zugegeben: Übermässig viele neue wissenschaftliche Fakten kann auch Rosenthal nicht zusammentragen, dafür zeigt er in eindrücklichen Bildern die Verhaltens- und Jagdweise von Schwertfisch bzw. Segelfisch oder Marlin und zeigt zudem auf, wie die Art von der kommerziellen Fischerei und der Sport-Fischerei bedroht wird - wobei es traurig stimmt, dass die in der Vergangenheit häufiger anzutreffenden 400kg-Prachtexemplare nahezu ausgerottet wurden. Was mittlerweile nicht mehr überrascht, ist, dass immer und immer wieder der Mensch für das Verschwinden von Spezies verantwortlich ist. Schwertfische, die gerade wegen ihrer gefährlichen Speerspitze noch heute bei Sportfischern als besondere Trophäe gelten, sind von Überfischung und anderen Umweltsünden genauso bedroht wie alle anderen Meerestiere - und Rosenthal nimmt das zum Anlass, auf diese in unprätentiösen Bildern aufmerksam zu machen. Überfischung, Ausbeutung, Gier und Sport sind die schlimmsten Faktoren, die zum Verschwinden von immer mehr und mehr Arten führen. Bis es irgendwann zu spät sein wird und wir diese Tier nur noch im Film zu sehen bekommen. Dass der Film zuweilen etwas in die Länge gezogen wirkt, ist nicht allzu überraschend, denn viele Naturfilme die sich mit nur einer einzigen Tierart beschäftigen, haben dieses Problem - dementsprechend kann man über solche Mankos auch gerne hinwegsehen.

Damit wirkt die Dokumentation zwar anprangernd, dies darf sie aber auch gern sein. "Superfish" ist faszinierend, informativ und mit 50 Minuten nicht zu lang oder zu kurz für diese Dokumentation. Inhaltliche Schwächen werden mit spannenden Aufnahmen von riesigen Schwertfisch-Schwärmen bei der Jagd und genauso faszinierenden Bildern von winzigen Schwertfisch-Babys ausgeglichen - und machen "Superfish" zu einer sehenswerten Dokumentation.

8/10

Sonntag, 26. Juni 2016

Shark - Die Welt der Haie (2015)

http://www.imdb.com/title/tt4706496/

Sie sind die erfolgreichste Gruppe von Räubern in der Erdgeschichte. Sie haben die Dinosaurier überlebt, und die Ozeane sind ihr Revier: Haie, die größten Jäger der Weltmeere. Vom Grönlandhai, der unter dem arktischen Eis lebt, über den Epaulettenhai, der auf dem Meeresgrund laufen kann, bis zum legendären Weißen Hai - in einer atemberaubenden Bildsprache zeigen die BBC-Naturfilmer Unterwasseraufnahmen, die man so noch nie gesehen hat. und portraitieren eindrucksvoll die faszinierenden Verhaltensweisen von über 30 verschiedenen Haiarten und Rochen. Dabei entdecken sie auch die verborgene Seite der Haie mit ihren komplexen Balzritualen, dem komplizierten sozialen Leben und der Aufzucht ihrer Jungen.

http://www.imdb.com/title/tt4865784/
1. Meister der Jagd (Ocean Hunters)
In der ersten Folge geht es um die große Anpassungsfähigkeit der Haie, aufgrund derer diese Fische so erfolgreiche Räuber werden konnten. Der Grönlandhai verdankt ein Überleben in den eisigen Wassern der Arktis seinem außerordentlichen Geruchssinn. Grönlandhaie leben 1.000 Meter unter der Meeresoberfläche. In dieser lichtlosen Tiefe gibt es kaum Nahrung. Doch der Grönlandhai frisst Aas jeder Art, auch mal ein totes Rentier oder einen ertrunkenen Eisbären.Kleine Schwarzspitzenhaie verbünden sich an der Südspitze Afrikas zu Hunderten, um ganze Fischschwärme einzukreisen. Wohl nirgendwo auf der Welt versammeln sich mehr Haie, um gemeinsam auf die Jagd zu gehen. In großen Schwärmen ziehen zig Millionen Sardellen bei ihrer jährlichen Wanderung die Küste entlang. Im Schwarm können die winzigen und flinken Fische einen einzigen Hai leicht ausmanövrieren. Doch die Kleinen Schwarzspitzenhaie arbeiten zusammen, sie sind geradezu Meister der Teamarbeit.Der Fransenteppichhai, der in den Gewässern östlich von Indonesien, der Heimat des artenreichsten Korallenriffs der Welt, lebt, ist wiederum Meister in Sachen Tarnung. Wie kein anderer Hai ist er an die Jagd aus dem Hinterhalt angepasst. Die Fransen an seinem Maul sehen wie Korallenäste aus und lassen seine Umrisse mit dem Hintergrund verschmelzen.Die Weißspitzen-Riffhaie können dank eines speziell ausgeprägten Sinnesorgans, das auf Elektrizität reagiert, auch in völliger Dunkelheit jagen. Diese Haie können selbst wenige Millionstel Volt spüren – dies entspricht dem elektrischen Feld des Herzschlags eines verängstigten Fisches. Den Höhepunkt bildet eine Szene, die an die wilde Südküste Afrikas führt, in der ein tonnenschwerer Weißer Hai mit unglaublicher Geschwindigkeit Seebären jagt. Gefilmt wurde die Sequenz in spektakulären Zeitlupen-Bildern, die unter Wasser und von der Luft aus gedreht wurden – immer gefährlich nah an dem Raubtier. Sieht man diese Bilder, verwundert es nicht, dass der Weiße Hai der berühmteste und berüchtigtste aller Haie ist. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt4865792/
2. Geheimnisvolles Leben (Social Hunters)
Die zweite Folge beschäftigt sich mit anderen typischen Verhaltensmerkmalen von Haien und ihren Verwandten. Haie zeigen ein komplexes Sozialverhalten, haben komplizierte Balzrituale, erstaunliche Aufzuchtmethoden und ein außergewöhnliches Orientierungsvermögen. Sie unterhalten Beziehungen zu äußerst seltsamen Partnern – sogar zum Menschen.Manche Haie sind Einzelgänger und streifen jahrelang allein durch die Weltmeere. Doch irgendwann ist für jeden Hai die Zeit reif, sich zu paaren. Bogenstirn-Hammerhaie sind unterwegs zu einer kleinen Insel im Pazifik. Dort wollen sie einen Partner finden. Diese Hammerhai-Art weist wohl das eleganteste Balzverhalten aller Haie auf: Die Haie formieren sich zu einer Art Unterwasser-Menuett – die Männchen außen, die Weibchen in der Mitte.Einmal jährlich versammeln sich in den nächtlichen Gewässern vor der Küste des mexikanischen Baja California Tausende von Mobula-Rochen, um sich wie die Hammerhaie zu paaren. Dazu vollführen sie meterhohe Sprünge über dem Wasser. Es springen vor allem Männchen, die damit ihre Stärke demonstrieren.Auf den Bahamas lassen Zitronenhaie ihren Nachwuchs nach der Geburt beinahe wie in Brutkästen in den seichten Mangrovenwäldern zurück. Ins Dickicht der Wurzeln können Räuber den kleinen Haien nicht folgen. In den Lichtungen der Mangrovenwälder befindet sich die Kinderstube der Haie, wo sie ihre ersten sieben Lebensjahre ohne erwachsene Haie verbringen.Am Beispiel der Grauen Riffhaie zeigt sich, wie wichtig es ist, dass Haie ein gesundes Gebiss haben, um auf die Jagd zu gehen. Deshalb lassen sie sich ihre Zähne auf außergewöhnliche Weise von Nahrungsresten und Parasiten befreien: Der mutige Putzerlippfisch ist wohl der einzige Fisch, der in ein Haimaul schwimmen und dies lebend wieder verlassen kann. Da sie ihnen wichtige Dienste leisten, tun die Haie ihren kleinen Pflegern kein Leid an. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt4865802/
3. Erstaunliche Erkenntnisse (Beneath The Surface)
Wissenschaftler kommen Haien derzeit näher als je zuvor, und ihre Forschungsarbeiten stehen an einem Wendepunkt. Die Forscher entschlüsseln unter anderem das Geheimnis ihrer Haut, um Profischwimmer schneller zu machen oder tödliche Krankheiten zu heilen. So haben sie Kameras erfunden, um Haie zu filmen, die aufgrund ihrer Biofluoreszenz im Dunkeln leuchten. Draußen vor der Küste Kaliforniens haben Wissenschaftler einen solchen Hai entdeckt, dessen außergewöhnliche Haut hilfreich im Kampf gegen einige der schlimmsten Krankheiten des 21. Jahrhunderts wie Krebs oder Alzheimer sein könnte. Denn die Chemikalie, die die Haihaut leuchten lässt, könnte helfen, krankhaft veränderte Zellen aufzuspüren.Auf den Bahamas studieren Wissenschaftler einen Hai, der sein Gehör meisterhaft einsetzt: Der Weißspitzen-Hochseehai lebt weit draußen im Ozean; eine besonders schwierige Umgebung für einen Hai, denn in dieser weiten, blauen Wüste sind Beutetiere selten und deshalb schwer zu finden. Dr. Demian Chapman glaubt, dass diese Haie ihr Gehör und ihren Verstand zum Überleben nutzen. Die Wissenschaftler zeigen nicht nur die scharfen Sinne der Haie auf, sondern auch ihre Intelligenz und ihr komplexes Sozialleben. Um Haie besser verstehen zu können, müssen die Wissenschaftler Zeit mit ihnen verbringen. Sie kennenzulernen, ist alles andere als einfach. Außerdem ist fast ein Viertel aller Haiarten vom Aussterben bedroht. Pro Jahr werden schätzungsweise hundert Millionen Haie getötet. Diese Folge ist den Forschern gewidmet, die sich dafür engagieren, das Leben der Haie kennenzulernen und so einen Beitrag zur Arterhaltung zu leisten. Ihre spannenden Expeditionen und Experimente zeigen die vielen Gesichter des Hais: furchteinflößender Räuber, intelligentes Wesen, fürsorgliches Muttertier und Wächter der Meere. Der Hai ist ebenso komplex wie die Rolle, die er im Ökosystem der Ozeane spielt. Es ist eine Art, die es zu schützen und zu erhalten gilt – auch im Interesse des Menschen. - 9/10

Zwei Jahre lang bereiste ein internationales Team von Kameraleuten die Weltmeere, um Haie zu filmen. Dabei gelangen ihnen spektakuläre Aufnahmen, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Es war das weltweit ehrgeizigste Filmprojekt über Haie, auch weil die Tiere für Naturfilmer wohl am schwierigsten zu filmen sind. Die Dokumentation wirft einen Blick hinter die Kulissen der Dreharbeiten und zeigt, wie die Dokumentationsreihe entstanden ist. Das Kamerateam kam diesen grandiosen Raubtieren oft auf Tuchfühlung nahe, manchmal nur bis auf 60 Zentimeter Abstand. "Man sieht, wie sein Auge sich bewegt und dich anblickt, während du neben dem Hai her schwimmst.", erzählt Morne Hardenberg, einer der Kameramänner. Die Tierfilmer müssen besonders gut trainiert sein, um sich in der Arktis bei Tauchgängen unter Eis oder in den Tropen ins Wasser wagen und die Haie aus nächster Nähe filmen zu können. "Im Fernsehen siehst du meist nur fünf Prozent vom Körper der Haie.", erklärt Tierfilmer Andy Casagrande. "Immer in Zeitlupe und meistens Bisse in Köder. Es ist sehr selten, dass der Zuschauer Weiße Haie tatsächlich bei der Jagd zu sehen bekommt." Da Weiße Haie aus dem Hinterhalt angreifen, hat Andy Casagrande einen Rückspiegel an seiner Kamera angebracht.Die Dokumentation begleitet die sieben unerschrockenen Filmemacher auf ihrer Suche nach eindrucksvollen Bildern, zeigt sie aber auch bei der Vorbereitung und Planung ihrer Drehs, ohne die solch außergewöhnliche Aufnahmen nicht gelingen können. Insgesamt reiste das Filmteam zwei Jahre um die Welt, legte dabei 470.000 Kilometer zurück und verbrachte 2.600 Stunden zum Filmen unter Wasser.